10 verblüffende Bakterien-Facts zum Angeben

Dein erster Gedanke beim Wort BAKTERIEN ist „bääääääh“ und „machen uns nur krank“?? Dann kommen hier 10 Wissens-Snacks über Bakterien, die Dich anders über sie denken lassen. Ja, Bakterien können arschig sein – beispielsweise jetzt im Sommer in ungekühlten Milchspeisen, wenn wir von nervigem Durchfall geplagt werden. Doch nur 1 % der Bakterien macht uns tatsächlich krank. Der Rest kann uns sogar mit seinen grandiosen Fähigkeiten helfen. Und: Die Bakterien-Facts eignen sich wunderbar als Smalltalk auf Sommerpartys!

Zuletzt aktualisiert am 26. Juli 2026 von Isabell

1. Ich stinke nicht – meine Bakterien arbeiten nur auf Hochtouren.

Denn Dein frischer Schweiß ist geruchslos.

Wir stinken erst einige Zeit später. Der Grund: Die Bakterien auf unserer Haut haben begonnen, unseren Schweiß zu zerlegen. Erst die abgebauten Bestandteile des Schweißes stinken. Dabei sind Staphylokokken für einen säuerlichen Geruch verantwortlich, Corynebakterien für den stechenden Geruch.

2. Ich lebe in einer Metropole – bzw. eine Metropole in mir.

Richtig gelesen, wir sind an sich niemals allein!

Billionen von Bakterien leben jeden Tag mit uns – auf unserer Haut, in unserer Mundhöhle, in unserem Darm, bei Frauen in der Vagina. Schon allein unser Darm beherbergt so viele Bakterien, dass jede indische Metropole neidisch wäre 😉

3. Ohne Bakterien gäbe es keinen Käse, keinen Wein, keine Schokolade, keinen aromatischen Kaffee!

Oft unterschätzt und doch wahre Multitalente: Bakterien sind Geschmacksveredler (Kaffee, Kakao), Gerinnungshelfer (Käse), Fermentationsunterstützer (Wein, Kombucha).

Im Kakao bauen die Bakterien das Fruchtfleisch ab und erzeugen so die Vorstufen für den typischen Schokoladengeschmack. Der Geschmack von Kaffee variiert je nach Bakterienart. Denn Bakterien bauen die schleimige Mucilage der Pflanzen ab – mal mehr, mal weniger stark, wodurch sich der Säuregehalt unterscheidet. Und im Käse “pupsen” die Bakterien die Löcher rein – oder helfen zumindest, dass die Milch zu festem Käse wird.

4. Bakterien kannst du auch ohne Mikroskop sehen!

Zumindest ein bestimmtes Bakterium: Thiomargarita magnifica.

Zugegeben, es sieht als fadenartiges Bakterium eher nicht “Bakterien-like” aus. Dieses etwa 1 cm große Bakterium ist somit ohne Mikroskop zu sehen. Erstaunlich komplex für ein Bakterium lebt es zwischen Mangroven in der Karibik. Entdeckt wurde es 2018.

5. Bakterien können viele coole Dinge: Plastik abbauen, Biokraftstoff produzieren und Licht spenden.

Bakterien können uns helfen, dass wir unser 1,5 °C-Ziel erreichen!

Denn während wir unsere Erde mit Plastik und Erdöl verschmutzen und CO2 in die Luft jagen, haben sich Bakterien super schnell angepasst. Es gibt Bakterien wie Ideonella sakaiensis, die PET über Biodegradierung abbauen. Bakterien, die zusammen mit Mikroalgen Bioethanol produzieren. Manche Bakterien können sogar leuchten wie Glühwürmchen, die sogenannte Biolumineszenz. Dieses Leuchten kann beispielsweise für eine natürlichere Beleuchtung in Straßenlaternen eingesetzt werden. Ganz ohne Strom.

6. Bakterien können Beton reparieren.

Caliumlaktat + Bakterien = Calciumcarbonat (Kalk)

Und dieser von den Bakterien produzierte Kalk verschließt dann Mikrorisse im Beton und verhindert, dass Wasser eindringen kann. Bakterien wie Bacillus subtilis überleben als Spore sehr lang im Beton. Reißt der Beton und Wasser dringt ein, werden die Sporen re-aktiviert, das Bakterium erwacht und verstoffwechselt Calciumlaktat. Alternative: Die Bakterien-Calciumlaktat-Lösung wird auf den Beton aufgesprüht oder als Paste aufgestrichen. Innerhalb eines Monats verschließen sich dann die Risse.

7. Bakterien sind demokratischer als wir Menschen.

Wenn Bakterien wollen, können sie miteinander kommunizieren. Und sogar demokratisch im Sinne der besten Lösung für alle entscheiden.

Sie setzen dabei auf “Quorum Sensing”, wobei Quroum aus dem Lateinischen von “Mindestanzahl” kommt. Bei den Bakterien heißt das, dass genügend Bakterien aufeinander treffen müssen, damit eine Antwort ausgelöst wird. Die Biolumineszenz, also das natürliche Leuchten von Organismen, wird durch das Quorum sensing gesteuert. Bakterien steuern damit aber auch, dass gewisse Entgiftungsoptionen verfügbar sind, wenn sie zu viele werden.

8. Antibiotika werden von Bakterien gezielt eingesetzt, um andere Bakterien zu töten.

Bakterien machen (fast) nichts ohne einen Hintergedanken!

Antibiotika beispielsweise sind für uns enorm praktisch, um Bakterieninfektionen zu bekämpfen. Doch wir haben Antibiotika nur geklaut – und zwar von Bakterien wie Streptomyzeten. Diese produzieren natürlicherweise Antibiotika, um sich vor ungewollten Eindringlingen zu schützen. So sichern sie sich ihren Lebensraum und die Nährstoffe. Bei Essen hört die Freundschaft ja bekanntlich auf…

9. Was haben der Permafrost, Geysire und Salzseen gemeinsam? Überall dort leben Bakterien.

Bakterien leben nur in unserem Darm und vielleicht noch in unserer Gartenerde? Mitnichten!

Bakterien sind überall dort, wo du sie Dir vorstellen kannst. Und dort, wo eigentlich kein Leben möglich sein sollte: an den heißesten Orten, den kältesten Punkten, den salzigsten oder trockensten Gebieten. Es gibt kaum einen Ort, wo Bakterien noch nicht nachgewiesen wurden. Kein Wunder: Sie lebten schon vor den Dinosauriern auf unserer Erde!

10. Warum haben wir heute Sauerstoff? Schuld sind Cyanobakterien, die ersten Sauerstoffproduzenten.

Dass wir Menschen leben, verdanken wir den Bakterien. Im Ernst! Nicht nur in unserem Darm helfen sie uns (Stichwort Mikrobiom).

Vor Jahrmillionen Jahren haben die ersten Cyanobakterien zufällig die methanhaltige Atmosphäre anders verstoffwechselt. Die Folge: Immer mehr den Cyanobakterien produzierten Sauerstoff, der sich in der Luft anreicherte und ermöglichte, dass beispielsweise Säugetiere sich entwickeln konnten (und andere Arten ausstarben).

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