Einblicke

Je länger ich in der Wissenschaft bin, umso mehr fällt mir auf: Viele arbeiten gern für sich, in ihrem eigenen Kämmerlein. Mit Ergebnissen und Erfahrungen rücken wir ungern raus, alles darf gern perfekt sein, bevor es das Tageslicht erblickt. Natürlich kann das in vielen Fällen hilfreich sein, um sich vor Schnellschüssen zu schützen.

Was aber fehlt, ist oft, dass Wissenschaft auch immer bedeutet, dass wir neue Erkenntnisse gewinnen, indem wir ausprobieren. Hypothesen aufstellen, sie überprüfen und wieder verwerfen. Denn das ist das ganz normale Vorgehen in der Wissenschaft. Manchmal, ach was sage ich, häufig zum Leid des Forschers, denn dieser Prozess kann sehr ermüdend sein.

Vielleicht liest du diese Zeilen nun hier und hast das Gefühl, vor einer riesigen, schwarzen Box zu stehen. Du kannst nicht reinschauen, nicht sehen, was in ihr passiert. Irgendwie werden am Anfang Menschen, Gelder, Ressourcen in diese Box gesteckt. Am Ende kommen die wissenschaftlichen Ergebnisse raus. Das Dazwischen: ein großes Mysterium.

Meine Vorstellung davon, dass diese schwarze Box transparenter und greifbarer, die Wissenschaftler dahinter nahbarer werden, mag naiv klingen. Und doch ist es etwas, was für mich hier fehlt. Nicht nur zwischen den Forschenden, sondern vor allem auch nach außen, zu dir, wenn es dich interessiert.

Mit den 12 von 12-Beiträgen hast du bereits erste, sporadische Einblicke in meinen Alltag in der Infektionsforschung. Seit Längerem begleitet mich aber der Gedanke, dass da doch mehr sein muss. Rede ich mich Freunden, meiner Familie oder Zuschauern bei Science Slams, dann merke ich, dass die Wissenschaftler kaum etwas von ihrem Alltag berichten. Schade. Verdammt schade.

Bin ich allein mit diesem Gedanken?
Ich denke nicht. Daher ist für mich die logische Konsequenz, dass mein Blog hier durch eine weitere Kategorie bereichert wird – Inside: Infektionsforschung. Wöchentliche, persönliche Einblicke in meinen Laboralltag. Was mich die Woche bewegte, Erkenntnisse, Experimente, Anekdoten, das Drumherum. Wie immer ich das verpacken kann, diese Form wird es finden.

Wenn du also Lust hast, immer mal wieder in einen kleinen, klitzekleinen Teil der schwarzen Box zu blicken (keine Angst, ist kein schwarzes Loch 😉 ), lade ich dich herzlich ein, mich hier zu begleiten. Und zu kommentieren. Fragen zu stellen.

Isabell

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